Impfungen bei Reisen

Bei der Planung einer Reise denkt man zunächst natürlich primär an die schönen Seiten, die Erholung und die Freude bei einer Urlaubsreise oder den beruflichen Erfolg bei einer Geschäftsreise. Damit dies auch wirklich so eintritt, sollten Sie sich frühzeitig darum kümmern, welche Vorsorgemaßnahmen ratsam sind, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Dies trifft besonders auf ferne tropische und subtropische Länder zu. Aber auch in Europa und innerhalb Deutschlands beugt eine Überprüfung des Impfschutzes und ein individueller Gesundheitsvorsorgeplan unliebsamen Überraschungen vor.

Wenden Sie sich deshalb frühzeitig an uns, wenn Sie eine Reise planen. Wir beraten Sie gerne über:

  • notwendige Reise-Impfungen
  • vorbeugende Maßnahmen, wie z.B. Thromboseschutz, Malariaschutz, Sonnenschutz
  • Auswirkungen von klimatischen Veränderungen oder Zeitverschiebungen
  • die Zusammenstellung einer Reiseapotheke

Bei der Aufstellung eines Impfplans spielen Alter, Gesundheitsstatus, Impfstatus, Reiseziel, -stil, -dauer, Jahreszeit und der Abreisetermin eine wichtige Rolle. Einige Impfungen sollten schon ca. 4 Wochen vor Reisebeginn begonnen werden, um einen sicheren Schutz zu bieten.
Der Impfplan orientiert sich darüberhinaus sowohl nach der aktuellen infektiologischen Situation im Reiseland als auch nach dem Expositionsrisiko im Einzelfall. Wenn Sie einen Impfpass besitzen, bringen Sie diesen bitte zum Termin mit.

Vorbeugende Reise-Impfungen und Medikamente gehören nicht zu den Leistungen der Krankenkassen und müssen vom Patienten selbst getragen werden.

Gelbfieber

Nur bestimmte Institutionen dürfen impfen!

Erreger:
Virus

Übertragung: Durch Stechmücken

Gefährdete Gebiete:
Tropische Regionen Afrikas und Südamerikas, nicht jedoch in Asien.

Infektionsrisiko:
Das Infektionsrisiko bei den üblichen Touristenreisen ist gering, die Letalität liegt jedoch bei über 60 %.

Impfempfehlung:

Alle Touristen, die in ländliche Gebiete endemischer Länder (tropische Länder Zentralafrikas und Lateinamerikas) reisen. Darüber hinaus verlangen die Gesundheitsbehörden vieler Länder bei der Einreise einen gültigen Impfnachweis.

Impfstoff:

Bei der Gelbfieber-Impfung handelt es sich um einen Lebendvirusimpfstoff, der sicher wirksam und relativ gut verträglich ist.

Verabreichung mit anderen Impfstoffen:

Andere Lebendvirusimpfstoffe (Masern, Mumps, Röteln, Varizellen) sollten gleichzeitig oder im Abstand von 4 Wochen verabreicht werden.

Verabreichung:
Die Gelbfieber-Impfung ist die einzige Vakzine, die nur von zugelassenen Gelbfieberimpfstellen (siehe Adressen im Internet, www.dgk.de [Deutsches Grünes Kreuz]; www.safetravel.de [Tropimed]) verabreicht werden darf.

Für den Aufbau des Schutzes nach der Impfung werden mind. 10 Tage benötigt.

Hepatitis A

Erreger: Hepatitis-A-Virus

Übertragung:
Hauptsächlich durch den Genuss von Nahrungsmitteln oder Getränken, die mit dem Virus kontaminiert sind. Bei Kindern vor allem durch Schmierinfektionen.

Infektionsrisiko:
Sehr widerstandsfähiges Virus. Infektionen können auch bei Einhaltung der üblichen Hygieneregeln auftreten.

Krankheitsverlauf:

Der Schweregrad der Erkrankung nimmt mit dem Alter zu. Während bei Kindern unter sechs Jahren die Infektion in der Regel ohne Krankheitszeichen verläuft, weisen Erwachsene oder Menschen mit vorgeschädigter Leber einen schwereren und häufig auch längeren Erkrankungsverlauf auf.

Impfempfehlung:
Eine Immunisierung gegen Hepatitis A wird deshalb Reisenden empfohlen, die in Regionen mit unzureichendem Hygienestandard fahren. Neben Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika sind auch Osteuropa und einige europäische Mittelmeerländer betroffen.

Impfung:
Bei der Hepatitis-A-Impfung sind zwei Dosen im Abstand von 6 bis 12 Monaten erforderlich.
Der Impfschutz setzt bereits wenige Tage nach der ersten Injektion ein und hält nach der zweiten Injektion mindestens zehn Jahre an.
Zeitabstände zu anderen Impfstoffen sind nicht erforderlich.

Ein Screening auf Hepatitis-A-Antikörper ist nur bei den über 50-jährigen Reisenden sinnvoll, beim Vorliegen einer ungeklärten Gelbsucht in der Vorgeschichte oder bei Personen, die sich über einen längeren Zeitraum in Gebieten mit häufigem Auftreten von Hepatits-A-Infektionen aufgehalten haben.

Typhus

Erreger: Typhusbakterien (Salmonella typhi)

Übertragung:
Durch die Aufnahme von mit Typhuserregern kontaminierten Nahrungsmitteln und Getränken (zirka 90 %) oder durch direkte Schmierinfektion (zirka 10 %).

80 % der Fälle in Industrieländern werden durch Reisende eingeschleppt. In Deutschland wurden im Jahr 2000 nur noch etwa 100 Erkrankungen gemeldet. Die Sterberate liegt bei 1 %.

Impfempfehlung:
Reisenden sollte in erster Linie die gewissenhafte Einhaltung der üblichen Hygieneregeln empfohlen werden.
Eine Typhus-Impfung empfiehlt sich bei Reisen unter einfachen Bedingungen in Länder mit unzureichendem Hygienestandard.

Impfung:

Hierfür steht seit vielen Jahren eine Schluckimpfung zur Verfügung. Die Impfung erfolgt durch Schlucken je einer Kapsel an den Tagen 1, 3 und 5. Die Schutzdauer wird von dem Hersteller für Langzeitaufenthalter mit drei Jahren angegeben.

Gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente:

Da es sich um einen bakteriellen Lebendimpfstoff handelt, sollte die Einnahme nicht während einer Antibiotikatherapie oder einer Malariaprophylaxe erfolgen.

Seit einigen Jahren steht auch ein parenteraler Totimpfstoff zur Verfügung. Für Erwachsene und Kinder ab zwei Jahren genügt eine einmalige Impfdosis. Die Schutzwirkung beträgt ebenfalls drei Jahre.

Schutzrate:

Ca. 60% für beide Impfstoffe

Tollwut

Vorsicht vor streunenden Hunden!
 
Erreger:
Tollwut-Virus

Übertragung:

In Südamerika, Afrika und insbesondere in Asien bilden unkontrolliert gehaltene und herumstreunende Hunde das Haupterregerreservoir der Tollwut. Sie sind für über 90 % aller Tollwutfälle beim Menschen verantwortlich.

Inkubationszeit:
Normalerweise 10 Tage bis zu 3 Monate. Sie kann jedoch deutlich kürzer oder wesentlich länger sein (bis zu einigen Jahren).

Krankheitsverlauf:
Eine Tollwutinfektion führt unbehandelt ausnahmslos zum Tode.
Das Virus befällt das zentrale Nervensystem und breitet sich im Körper aus.
Erste Anzeichen sind Brennen, Rötungen oder Missempfindungen an der Bissstelle, sowie unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Unwohlsein.
Danach treten Aggressivität, Empfindlichkeit gegen Licht, Wasser und Geräusche auf, sowie Verwirrtheit und Muskelzuckungen.

Im Spätstadium Beeinträchtigung der Schluck- und Atemmuskulatur mit Krämpfen. Der Tod tritt durch Herz- und Atemlähmung ein.

Impfempfehlung:

Eine Impfung sollte abhängig von der Situation in dem Reiseland sowie Art und Dauer des Aufenthaltes in folgenden Fällen erwogen werden:

  • bei Reisen unter einfachen Bedingungen in Länder mit hohem Tollwut-Vorkommen
  • bei Reisen in Gebiete, in denen nicht innerhalb von 24 Stunden eine gut ausgestattete medizinische Einrichtung erreichbar ist
  • bei Reisenden, die beruflich mit Tieren zu tun haben
  • bei Langzeitreisen in Hochendemiegebiete.

Impfung:
In Deutschland stehen gut verträgliche Totimpfstoffe zur Verfügung, die an den Tagen 0, 7, 21 (oder 28) verabreicht werden.
Impfabstände zu anderen Impfungen sind nicht erforderlich.

Auffrischimpfungen:

Auffrischimpfungen sind nach einer tollwutverdächtigen Exposition sofort, ansonsten alle 2 bis 5 Jahre angezeigt.

Hinweis:
Im Kontaktfall ohne vorherige Impfung sind das Hyperimmunglobulin und 5 Impfungen notwendig. Beides ist in einigen Regionen nicht immer verfügbar, bzw. muss vor Ort bezahlt werden.

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Erreger:
Bakterien der Art Clostridium tetani. Erkrankung durch Giftstoff (Toxin).

Übertragung:

Über offene, verunreinigte Wunden, da der weltweit verbreitete Erreger in der Erde vorkommt. Schon kleine Verletzungen können Tetanus auslösen. Wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.

Krankheitsausbruch:
3 bis 21 Tage nach Ansteckung

Symptome:
Tetanus ist eine Erkrankung des Nervensystems mit:

  • Zunächst Unruhe und Schlafstörungen. 1 bis 5 Tage lang Krämpfe der Kau- und Gesichtsmuskulatur, teilweise auch des Nackens, des Rumpfs und der Gliedmaßen
  • 3 bis 4 Wochen lang schmerzhafte Muskelkrämpfe am ganzen Körper; Herzrasen
  • Phase der Genesung: 3 bis 8 Wochen

Komplikationen:
Lähmung der Atem- und Kehlkopfmuskulatur, Koma, Herzkammerflimmern und Herzstillstand
   
Schutz:

Den einzig wirksamen Schutz vor dieser Infektionskrankheit bietet die Impfung, denn trotz Behandlung mit modernen Therapieverfahren verläuft die Krankheit in 30 Prozent der Fälle tödlich.

Unabhängig von Alter und Geschlecht sollte jeder gegen Tetanus geimpft sein.

Grundimmunisierung:

  • Ab dem vollendetem 2. Lebensmonat drei Injektionen im Abstand von je 4 bis 8 Wochen. In der Regel in Kombination mit anderen Impfungen.
  • Auffrischimpfung: Zwischen dem vollendeten 5. und 6. Lebensjahr und zwischen dem vollendeten 9. und 17. Lebensjahr.
  • Danach alle zehn Jahre als Kombination Tetanus-Diphtherie-Polio-Auffrischimpfung.


Mögliche Impfreaktionen:
Selten akute Nervenentzündungen, allergische Reaktionen. Gelegentlich örtliche Reaktionen.

Schutzrate:
Nahezu 100 Prozent.

Schutzdauer:
Nach erfolgter Grundimmunisierung ca. zehn Jahre oder mehr.
   

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

FSME auch unter "Zecken-Hirnhautentzündung" bekannt.

Wohnen Sie in einem gefährdeten Gebiet oder reisen Sie in ein gefährdetes Gebiet?
 
Erreger: FSME-Virus

Übertragung:

Durch mit dem FSME-Virus infizierte Zecken. Durch den Stich überträgt die Zecke das Virus auf den Menschen.

Inkubationszeit:
5 - 14 Tage

Symptome:
Zweiphasiger Verlauf:

  • zunächst grippeähnliche Zeichen,
  • nach 1 Woche treten Entzündungen der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks auf.

Komplikationen:
Als Dauerschäden können Lähmungen auftreten (bei jedem zehnten Erkrankten). In Einzelfällen endet die Krankheit tödlich. Mit steigendem Alter verläuft die Krankheit schwerer.
   
Schutz:

Schutz vor einer Erkrankung bietet die vorbeugende Impfung.

  • Grundimmunisierung: Schnellschema: drei Injektionen an den Tagen 0, 7 und 21.
  • Langzeitschema: drei Injektionen an den Tagen 0, nach 1-3 Monaten und nach 9-12 Monaten.
  • Auffrischimpfung: Nach Schnellschema: eine Injektion nach 12-18 Monaten, dann alle 5 Jahre (über 49-Jährige alle 3 Jahre).
  • Nach Langzeitschema: 1. Auffrischimpfung nach 3 Jahren, danach alle 5 Jahre (über 49-Jährige alle 3 Jahre).

Mögliche Impffolgen:
Reaktionen an der Impfstelle, grippeähnliche Symptome mit Fieber.

Wer sollte geimpft werden?

  • Alle Personen, die in einem gefährdeten Gebiet leben und sich häufiger im Freien (auch im Garten) aufhalten
  • Reisende in Risikogebiete, die sich in der Natur aufhalten (Wanderer, Camper und Spaziergänger)