Häufig gestellte Fragen

Was heißt denn eigentlich "Diät"?
Hier handelt es sich um einen Begriff aus dem Lebensmittelrecht. So genannte diätetische Lebensmittel dienen einem besonderen Ernährungszweck und müssen spezielle Anforderungen erfüllen: Sie unterliegen der Diät-Verordnung. Es gibt beispielsweise diätetische Lebensmittel zur Behandlung bestimmter Krankheiten (z.B. glutenfreie Lebensmittel) oder zur Verhinderung von Mangelerscheinungen (z.B. zur Nahrungsergänzung).

Der Begriff "Diät" verwirrt immer noch viele und ruft beim Verbraucher häufig eine falsche Vorstellung hervor. Diätetische Lebensmittel dienen nicht nur Ernährungsformen zur Reduktion von Übergewicht (Reduktionsdiät), sondern auch solchen zur Behandlung von verschiedensten Erkrankungen.
 "Diät' bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel kalorienarm oder besonders für eine Gewichtsreduktion geeignet ist. So zeichnen sich beispielsweise "Diätmargarinen" oder "Diätöle" nicht durch einen geringeren Fettgehalt als normale Margarinen oder Öle aus; sondern der einzige Unterschied liegt hier bei einem sehr hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Ist der Einsatz der "Diabetiker-Lebensmittel" für mich als Diabetiker sinnvoll?

Aus dem Angebot an diätetischen Lebensmittel für Diabetiker sind nur wenige auch wirklich notwendig.

Der Einsatz von künstlichen Süßstoffen ist sinnvoll, besonders wenn gleichzeitig auch auf das Gewicht geachtet werden soll: Da der Blutzuckeranstieg nach zuckerhaltigen Getränken sehr schnell ansteigt, ist es immer noch besser auf energiefreie bzw.- arme Diätlimonaden und Erfrischungsgetränke mit Süßstoff umzusteigen.
Keinen Vorteil für die Stoffwechsellage und die Gewichtsreduktion haben Diabetikerprodukte die vorwiegend mit Zuckeraustauschstoffen gesüßt sind. Da dieser "Ersatz-Zucker" keine so bindende Eigenschaften mit sich bringt wie der Haushaltszucker enthält das Produkt meist mehr Fett. Außerdem liefert er die selben Kalorien wie Zucker.
Somit sind zahlreiche angebotene "Diabetikerlebensmittel" aufgrund der teilweise sehr hohen Fett- und Energiegehalte nicht gerade förderlich für eine "diabetesgerechte Ernährung". Zudem sind sie meist teurer als die vergleichbaren "normalen" Lebensmittel.
    
Kann ich mich auf die BE-Angaben auf der Verpackung verlassen?

Die Angabe über den BE-Gehalt ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Selbst wenn eine BE-Angabe angegeben ist, sollte man erst einmal einen genaueren Blick auf die Zutatenliste werfen. Ist als Hauptkohlenhydratträger z.B. der Zuckeraustauschstoff Fructose angegeben (wie z.B. auf Diabetiker-Schokolade); so muß dieser lt. Lebensmittelrecht angerechnet werden.
Zuckeraustauschstoffe werden aber weitgehend insulinunabhängig aufgenommen und erhöhen außerdem auch langsamer den Blutzuckerspiegel. So sind die Angaben doch nicht immer verwertbar und für die Berechnung der entsprechenden Insulindosis auch kritisch zu sehen.

Sind dann Light-Produkte für Diabetiker besser?

Light-Produkte sind keine diätetischen Lebensmittel, sondern Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs: Aber auch die Bezeichnungen "light" oder "leicht" können irreführen, da sich dahinter die verschiedensten Produkte verbergen und diese Begriffe lebensmittelrechtlich nicht definiert oder geschützt sind.
"Light" oder "leicht" bedeuten deshalb unterschiedlichste Dinge wie leicht bekömmlich, kalorienarm oder kalorienreduziert, fettarm oder fettreduziert, alkoholarm oder alkoholfrei, koffeinfrei oder entkoffeiniert, mit wenig Kohlensäure und noch manches andere:
"Light" werden Produkte, wenn sie einen geringeren Energiegehalt haben (z.B. Milchprodukte der Magerstufe), wenn Fett durch Wasser und Emulgatoren ersetzt wird (z.B. Halbfettbutter), wenn Zucker durch Süßstoff ersetzt wird (z.B. Cola light), wenn sie mit Luft oder Stickstoff aufgeschäumt werden (Luftschokolade) und so ein größeres Volumen bekommen; wenn bestimmte Inhaltsstoffe verringert werden (z.B. Alkohol, Koffein, Kohlensäure).

Werde ich dann "leichter" durch "light"-Produkte?
Auf den ersten Blick mag das so erscheinen, zumindest wenn es sich um kalorienreduzierte Lebensmittel handelt. Beurteilt man die Verwendung von Light-Produkten jedoch im Rahmen einer vernünftigen Gewichtsreduktionsmaßnahme, dann muss man feststellen, dass sie nicht alle Anforderungen erfüllen.
Vor allem, wenn jemand langfristig sein Körpergewicht reduzieren will, ist eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten unumgänglich. Nicht nur der Austausch mit kalorienreduzierten Produkten verändert das Gewicht, es muss die ganze Nahrungsmittelauswahl verändert werden.
Dazu kommt der psychologische Effekt, dass man gefühlsmäßig von kalorienreduzierten Varianten eher mehr isst, als von den Originallebensmitteln. Damit werden die Ernährungsgewohnheiten nicht verbessert, sondern eher verschlechtert.
Trotzdem können Light-Produkte den Einstieg in eine Gewichtsreduktion erleichtern. Langfristig sind sie jedoch keine gute Alternative. Sinnvoll erscheint der Ersatz von Zucker durch Süßstoffe in sonst nährstoffarmen Lebensmitteln wie Süßigkeiten und Limonaden.